Telematik 2016 - Fahrerassistenzsysteme - Autonomes Fahren - eCall - Connected Car

„An Telematik-Daten gibt es kein rechtliches Eigentum“, so RA Dr. Thomas G. Funke im Interview

in VersicherungsWirtschaft
vom 05.10.2016
„Immer mehr Kfz-Versicherer setzten auf Telematik – zuletzt haben die Generali und die Huk-Coburg neue Tarife vorgestellt (...)“. Eine der wichtigsten Fragen lautet: „Wem gehören eigentlich die erhobenen Daten und wer darf sie nutzen?“ VWheute hat den Rechtsanwalt und Datenexperten Thomas G. Funke, Kanzlei Osborne Clarke, zum Interview gebeten. VWheute: Herr Funke, die von vernetzten Fahrzeugen ausgehenden Daten sind heiß begeht – nicht nur von Versicherern. Wem gehören diese Daten? Thomas Funke: An Daten selbst gibt es bislang kein rechtliches Eigentum. Die Nutzung von Daten wird zwar eingeschränkt durch das Eigentum an Datenträgern und die gewerblichen Schutzrechte, etwa an Datenbanken oder Software. Aber die reinen Messwerte sind in aller Regel nicht geschützt. Die EU-Kommission prüft aber Gesetzesvorhaben, um den Zugang zu Daten zu regeln, und damit die Schürfrechte am Gold unserer Zeit. (...) VWheute: Dann könnten Versicherer darauf verzichten, für ihre Pay-as-you-drive-Tarife eigene Messgeräte im Fahrzeug zu verbauen? Thomas Funke: Es wäre effizienter, die vorhandene Hardware mehrfach zu nutzen als sie zu duplizieren. Die EU-Wettbewerbskommissarin und das Bundeskartellamt haben bereits betont, dass Datenherrschaft nicht zum Missbrauch von Marktmacht führen darf. Wo Daten nicht oder nicht wirtschaftlich replizierbar sind, kann es einen Anspruch auf einen Zugang geben. Die Fahrzeughersteller stellen sich vor, diesen über ihre eigenen Backend-Server zu gewährleisten. Dies ermöglicht Dritten einen Datenzugang, allerdings nur unter der Aufsicht des Fahrzeugherstellers. Thomas Funke ist Rechtsanwalt und Partner im Kölner Büro der Kanzlei Osborne Clarke. Er wird auf der Veranstaltung “Telematik – Fahrerassistenzsysteme - Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“, 4. und 5. Oktober 2016, einer der Redner sein. Sein Thema ist “Rechtliche Leitplanken für die vernetzte Mobilität”. Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.
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Zukunftsforum Assekuranz 2016

Experten: Versicherer sollen mit Services punkten

Anne-Christin Gröger
in Versicherungsmonitor
vom 23.06.2016
„Angesichts der vielen Herausforderungen, die die Digitalisierung an die Versicherungswirtschaft stellt, können sich die Gesellschaften einen Vorteil verschaffen, wenn sie sich verstärkt um Serviceangebote für ihre Kunden bemühen. Davon zeigten sich Experten auf einer Fachkonferenz in Köln überzeugt. Vorbild könnten andere Branchen sein, in denen die Servicementalität schon weiter fortgeschritten ist, etwa die Automobilindustrie. Der Anteil digitaler Dienste am Geschäft der Versicherungswirtschaft sollte deutlich steigen. Jenseits des Kerngeschäfts Versicherungen und Risikoübernahme könnten sich die Unternehmen so in der digitalen Welt besser positionieren. Davon ist Steffen Krotsch überzeugt, Head of Innovation bei Allianz Worldwide Partners. „Es gibt einen Wandel weg von der Produkt- zur Service-Ökonomie“, sagte er auf einer Konferenz von Businessforum21 in Köln. Das liegt vor allem daran, dass die Kundenbedürfnisse heute viel individueller seien. „Produkte sind Mittel, der Service ist der Zweck.“ Er nannte ein Beispiel: „Wenn Sie am Ende der Konferenz nach Hause möchten, dann möchten Sie vor allem von A nach B kommen“, wandte er sich an die Veranstaltungsteilnehmer. „Sie wollen keinen spezifischen Mietwagen, Sie wollen kein Taxi oder keinen bestimmten Flug, und wenn es einem Anbieter gelingt, auf Ihr individuelles Bedürfnis einzugehen, wird das besser angenommen als ein breiterer Produktverkauf nach dem Motto: hier ist ein Auto, mach damit was du willst.“ Andere Branchen machten dies bereits vor, etwa die Automobilbranche. Die Hersteller verdienten bereits viel Geld mit Dienstleistungen wie Services rund um das Thema Mobilität. „Bei Ford machen solche Dienste bereits einen größeren Anteil des Umsatzes aus als der Verkauf von Autos. „Auch Audi hat angekündigt, 50 Prozent des Umsatzes im Jahr 2025 mit Services zu erwirtschaften“, sagte er. Bei anderen abgucken Davon sollte sich die Versicherungswirtschaft eine Scheibe abschneiden, glaubt der Manager. Denn durch Services, die über das reine Produkt hinausgehen, könnte auch der Kundenkontakt verbessert werden. „Wir müssen weg vom Absicherungsprodukt hin zu Serviceprodukt“, glaubt er. Allianz Worldwide Partners machte durch die Kooperation mit dem Start-up Simplesurance Schlagzeilen. “ (…)
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Vermittler in der schönen neuen Digital-Welt

in VersicherungsJournal
vom 23.06.2016
„In Sachen Digitalisierung haben sowohl Versicherer als auch Vermittler Nachholbedarf, meint Michael H. Heinz. Die Zukunft des Vermittlers entscheidet die Technik an sich aber nicht. Am zweiten Tag des Zukunftsforums Assekuranz 2016 ging es in Sachen Digitalisierung viel um den Vertrieb. Die Digitalisierung sei eine unumkehrbare Rahmenbedingung, bei der die Assekuranz noch Nachholbedarf habe, sagte Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK) am Mittwoch auf einer Fachkonferenz in Köln. Nicht per se mehr Vertrauen Das Zukunftsbild des Versicherungs-Vermittlers hänge aber nicht von der Digitalisierung ab, sondern vom eigenen Berufsbild. Auch von den Exklusivvermittlern verlangten die gesetzgeberischen Vorgaben Unternehmertum. Die Ausschließlichkeit könne sich nicht mehr nach den Steuerungsmechanismen der Versicherer richten. Er sieht die Zukunft der Vermittler in werthaltiger Beratung, nicht im standardisierten Geschäft. Somit werde die Zahl der Vermittler von aktuell rund 240.000 weiter auf etwa 100.000 sinken. Digitalisierung bringe nicht automatisch mehr Transparenz und Vertrauen; teilweise sei das genaue Gegenteil der Fall, sagte Heinz. Durch den Teilberatungsverzicht bei neuen Medien wird seiner Ansicht nach viel verloren gehen. Die Versicherer suchten permanent Auswege für weniger Beratung wie beispielsweise durch die Fin- oder Insurtechs. Der Kunde von Morgen Robin von Hein, CEO & Managing Director der Simplesurance GmbH (VersicherungsJournal 24.11.2014), berichtete, wie sein Haus den „Kunden von morgen“ über Annex-Produkte zu online gekauften Waren erreiche. Von Elektronik bis zum Kinderwagen ist man damit inzwischen in fast 20 Ländern und bei 1.500 Produktpartnern unterwegs.“(…)
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Digi-Welt mit Kulturwandel in Service und Produkt

in bocquel-news
vom 23.06.2016
„Immer öfter melden Versicherer die Ergebnisse ihrer Digitalisierungsstrategien. Auf dem Zukunftsforum Assekuranz 2016 waren dies beispielsweise Allianz, Axa und Generali. Dort ging es auch um den notwendigen Kulturwandel, denn die Versicherer setzen mehr und mehr auf Prävention. Ab Montag ist der Generali-Konzern in Deutschland mit seinem öffentlich bereits heiß diskutierten „Generali Vitality“ auf dem Markt. „Unsere Aufgabe als Versicherer wird mehr und mehr Vorbeugung sein. Da haben Kunden und Versicherer die gleichen Interessen. Das ist unser generisches Aufgabenspektrum – bisher gab es dafür vielleicht nicht die Daten und Zugänge“, sagte Dr. Rainer Sommer (Foto: M. Lier). Für den Vorstand COO / CIO der Generali Deutschland AG (www.generali-deutschland.de) ist dies eines der Leuchtturmprojekte, mit dem sich das Traditionshaus in einen Konzern mit Adjektiven wie „simple, easy, smart“ verändert. Nicht nur digital, sondern auch schadenmindernd Mit „Generali Vitality möchten wir die Spielregeln der Versicherungsbranche neu definieren und uns als Vorreiter der Branche positionieren und damit wettbewerbsfähig bleiben“, sagte Sommer. Die Vitality-Tarife mit der Fitness-App starten in der Risikolebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung. Dabei gehe es nicht um Selektion von Risiken, sondern um Verhaltensänderung durch Sensibilisierung und Belohnungen. „Das ist kein Marketing-Gimmick“, so Sommer. In Südafrika, Großbritannien und Australien werden diese Produkte bereits eingesetzt und zeigen laut Sommer, dass der Schadenverlauf der Verwender „ohne etwas zu tun“ um 20 Prozent besser ist als in Vergleichsgruppen. Vertrieb muss mitziehen Das liege an der „Awareness“; also an der Sensibilisierung der Kunden für gesundheitsbewusstes Verhalten. Im „Platinstatus“ – also bei Versicherten, die besonders viele Bonuspunkte für gesundes Verhalten haben, ist der Schadenverlauf sogar um 50 Prozent besser. „Wir haben also nicht nur große Hebel auf der Kosten-, sondern auch auf der Schadenseite“, sagte Sommer. Die Tarife funktionierten allerdings nur, wenn der Vertrieb „das auch erklären kann“. Hier beobachte er, dass die DVAG (www.dvag.de) und die eigene Ausschließlichkeit sich zunehmend den geänderten Anforderungen der Kunden stellten und sehr innovativ seien – beispielsweise durch Chats, E-Mails oder auch Portale. Wandel in den Köpfen Das Wesentliche beim Transformationsprozess „ist die Menschen im Unternehmen auf den Weg mitzunehmen“. Gelingen soll dies durch mehr Arbeiten in Teams , Leuchtturmprojekte, Transparenz, aber auch der Dokumentation kleinteiliger Ergebnisse und „dem Feiern kleiner Erfolge“. Auch wenn viele Aufgaben inzwischen im Konzern über die verschiedenen Risikoträger hinweg an „einer Stelle“ angesiedelt seien, werde der Konzern doch seine Mehr-Markenstrategie und die unterschiedlichen Vertriebskanäle beibehalten.“(…)
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Innovationen kommen nicht von Versicherern (leider)

Anne-Christin Gröger
in Versicherungsmonitor
vom 21.06.2016
„Zwar tüftelt die Assekuranz derzeit heftig an Angeboten und Strategien, mit denen sie den Herausforderungen der Digitalisierung begegnen kann. Diese Versuche sind derzeit aber wenig fruchtbar, glauben Experten. Zu schwerfällig sind die Prozesse, zu wenig flexibel die Entscheidungsmechanismen. Von den meisten der derzeit am Markt befindlichen Insurtechs sind aber ebenso wenig große Sprünge zu erwarten, was disruptive Geschäftsmodelle angeht. Digitale Innovationen, die die Versicherungswirtschaft nachhaltig verändern, werden von externen Unternehmen kommen. Von der Assekuranz selbst dagegen sind wenige Neuheiten zu erwarten. Darüber waren sich Experten auf einer Fachkonferenz in Köln einig. „Die echte Disruption kommt von außen, nicht von innen“, glaubt Christoph Netta, Managing Partner bei der Münchener Headhunter-Firma Heads!. Er gründet seine Meinung auf Gespräche mit Experten aus der Branche, darunter Vorstände und Mitarbeiter von Versicherungsunternehmen, Fintech-Start-ups und Innovation Labs. Der Grund aus Sicht vieler Branchenteilnehmer: Die Unternehmen schaffen es nicht, interne Lösungen zu entwickeln, die als Schnittstellen zu neuen Techniken dienen. Auch Jens Parthe von der Unternehmensberatung Monitor Deloitte hat seine Zweifel, dass die großen Versicherungskonzerne tatsächliche Innovationen schaffen, die den Markt komplett umkrempeln. „Ich bin mir unsicher, ob die großen Unternehmen die notwendige Geschwindigkeit wirklich hinbekommen oder ob nicht andere Player wie Technologieunternehmen erfolgreicher sein werden“, sagte er. Vor allem die Insurtechs trauen der Assekuranz keine großen Sprünge beim Thema Digitalisierung des gesamten Geschäftsmodells zu, berichtete Netta. Das liege vor allem an der schwerfälligen Organisation der großen Tanker, die die schnelle Umsetzung kreativer Ideen nur schwer zuließe. Allerdings beobachtet Netta sehr wohl bei einigen IT-Vorständen der traditionellen Gesellschaften die Tendenz, radikale Ideen zu denken. „Bei einigen gibt es die Überlegung, neue Versicherer auf der grünen Wiese zu gründen“, sagte er. Das Beispiel des Anfang des Jahres neu an den Start geschickten digitalen Krankenversicherers Ottonova sei nur eine der vielen Innovationen, die die Branche in den kommenden Monaten erwarte. Netta: digitale Labs wenig sinnvoll Weniger sinnvoll ist wohl die Schaffung spezieller digitaler Labs, zumindest wenn man den Aussagen der dort Beschäftigten Glauben schenkt, sagte der Headhunter. „Erstaunlicherweise glauben nicht einmal die Lab-Mitarbeiter selbst, dass sie eine wirkliche Innovation schaffen können.“ Das liege vor allem am fehlenden Einfluss der Spezialeinheiten. „Sie haben kein eigenes Budget, keine eigene Verantwortung, sondern sind lediglich eine intellektuelle Spielwiese der Versicherer oder anderer Betreiber“, sagte Netta.“ (…)
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Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus 2016

Flottengeschäft bleibt Sorgenkind

Monika Lier
in VersicherungsJournal
vom 25.02.2016
„Die Chancen für das Flottengeschäft sind nach Einschätzung von Thomas O. Winkler von der Gothaer-Gruppe günstig: Zumindest bei den Neuzulassungen stehen die Zeichen auf Wachstum. Aber: Die Ertragsseite bereitet weiter Probleme. Auf einer Fachkonferenz kündigte Dr. Edgar Martin von der R+V-Gruppe Änderungen für den Vertrieb an. Betrachtet man nur die Neuzulassungen, könnte es um das Flottengeschäft kaum besser bestellt sein: Die Zahl und die Größe der Flotten wachsen – und scheinen von der Digitalisierung weniger betroffen zu sein als der Privatkundenmarkt (VersicherungsJournal 23.2.2016). Und dieses Segment teilen sich nur zehn bis 15 Versicherer. „Aber die, die dieses Geschäft betreiben, können es nicht und setzen den Ertrag in den Sand“, kritisierte Thomas O. Winkler, Chief Underwriter Kraftfahrt der Gothaer Allgemeinen Versicherung AG, am Mittwoch auf einer Fachkonferenz in Köln. Auch wenn, anders als im Vorjahr, noch keine Branchenzahlen für dieses Geschäft vorliegen, ist klar, dass die Durchschnittsprämien je Flottenfahrzeug steigen müssen (VersicherungsJournal 27.2.2015). Denn das Flottengeschäft, das bislang einen Prämienanteil von rund zehn Prozent am Kraftfahrt-Geschäft hat, ist und bleibt ein Sorgenkind. Die Bruttoschadenquote lag 2014 mit 94,0 (2013: 103,9) Prozent deutlich über dem gesamten Kraftfahrtmarkt mit 85,1 (93,9) Prozent. Am Rande der Konferenz war zu hören, dass die Ertragsseite auch 2015 wieder durch eine Reihe von großen Schäden belastet war.“(…)
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Datenbanken sollen Autokäufer und Versicherer besser vor Betrug und Tachomanipulationen schützen.

Uwe Schmidt-Kasparek
in VersicherungsJournal
vom 24.02.2016
„Autokäufer sollen ab 2017 durch eine nationale Datenbank besser vor Tachomanipulationen geschützt werden. „Bis Ende 2016 dürfte die datenschutzrechtliche Zertifizierung unter Dach und Fach sein“, sagte Björn Hinrichs von der Arvato Bertelsmann SE & Co. KGaA gestern in Köln auf der Versicherungstagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“ von Businessforum21. Pro Jahr würden durch Tachomanipulationen derzeit über sechs Milliarden Euro Schaden entstehen. „Geschädigt werden Verbraucher und Versicherer“, so Hinrichs. Der Betrug ist technisch nicht nachweisbar, da die Tachos digital umgestellt werden. „Die Manipulation ist mit einem für unter 300 Euro im Internet erhältlichen Gerät in rund 15 Sekunden möglich“, sagte Hinrichs. Bisher können die Versicherer immer nur in Einzelfällen Betrügereien nachweisen. So fallen immer wieder Fahrzeuge auf, die in der Vergangenheit bereits mit einer höheren Kilometerleistung einen Versicherungsschaden hatten. Solche Fälle würden beispielsweise über das Hinweis- und Informationssystem (HIS) entdeckt, das eine Tochter von Arvato für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) betreibt. „Wir haben etwa 100 Fälle pro Tag, die aber nur mit einem aufwendigen manuellen Datenabgleich festgestellt werden können“, so Hinrichs. Daher soll nun eine nationale Datenbank Abhilfe schaffen. Rückdeckung hat Arvato von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, der CDU-Verbraucherschutz-Beauftragten Mechthild Heil und der Versicherungswirtschaft. Der TÜV Rheinland warnt zudem davor, dass manipulierte Fahrzeuge ein Sicherheitsrisiko darstellen. Möglicherweise seien wichtige Wartungsarbeiten nicht durchgeführt worden. Manipulieren können selbst Privatleute. „Sogenannte Tachoadjustierer bieten ihre Dienste im Internet an und kommen zum Verbraucher nach Hause“, erläuterte Hinrichs. Viele europäische Staaten hätten bereits erfolgreich eine Datenbank gegen Tachomanipulationen eingeführt.“ (…)
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Digitalisierung: gegen diesen Trend ankämpfen oder auf der Welle mitschwimmen?

Meris Neininger
in Versicherungsmagazin
vom 24.02.2016
„Für die einen kommt sie einer Naturkatastrophe gleich, für die anderen ist sie eine Chance, auf die sie schon lange gewartet haben: die Digitalisierung. Und für die Versicherer stellt sich dabei die Frage: Gegen diesen Trend ankämpfen oder auf der Welle mit schwimmen? Eine Frage, die auch die Teilnehmer auf der Jahrestagung von Businessforum21 in Köln umtrieb. Was passiert aber mit Daten, die in dieser Digitalisierungswelle produziert und verarbeitet werden? Und wer darf diese Daten wie verwerten? Kunden, die diese Daten liefern, sind in diesem Spiel eher die Verlierer, da andere Marktteilnehmer wie Versicherer mit diesem Datenpool Geld verdienen, die Kunden selbst keine direkten Vorteile aus dieser Datenlieferung ziehen können. So eine Position in der Branche, so eine Position auch auf der Tagung. Das Solidaritätsprinzip der Versicherung in Gefahr? Viele Daten sind schon lange mannigfach vorhanden, werden neu verknüpft und von immer mehr Versicherungs-Startups für ihre neuen Geschäftsmodelle genutzt. Diese neuen Marktteilnehmer können dies meist sehr gut, weil sie weniger Infrastruktur unterhalten müssen als die großen und alteingesessenen Player. Die Neuen sind meist auch so flexibel, dass sie äußerst kleinteilige und individuelle Lösungen liefern können. Doch bringen diese Lösungen für kleine und kleinste Risikogruppen das Solidaritätsprinzip der Versicherung nicht in Gefahr? So eine kritische Stimme auf der Kölner Tagung. Andreas Bode, Mitglied des Vorstands der R+V Direktversicherung AG, sieht diese Entwicklung nicht so problematisch, er glaubt vielmehr: „Individualisierung kann man bieten, auch ohne das kollektive Versicherungsprinzip zu zerstören.“(…)
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Klagen gegen Start-ups ist nicht die klügste Lösung

Anne-Christin Gröger
in Versicherungsmonitor
vom 24.02.2016
„Im Streit zwischen neuen Online-Vermittlern und den klassischen Vermittlern haben sich jetzt auch Außenstehende aus der Branche geäußert. Der Gang vor Gericht oder der Ruf nach mehr Regulierung der neuen Anbieter sei zwar eine Möglichkeit, auf die Wettbewerber zu reagieren, aber sicherlich nicht die klügste, hieß es auf einer Fachkonferenz in Köln. Denn die Digitalisierung lässt sich nicht zurückdrehen. Statt die beleidigte Leberwurst zu spielen, sollten die klassischen Akteure lieber selbst an ihrem Geschäftsmodell arbeiten. Versicherungs-Start-ups wie Knip, Clark, Simplesurance oder SituatiVe stellen mit ihren digitalen Geschäftsmodellen derzeit die klassischen Versicherer vor große Herausforderungen. Allerdings gibt es unterschiedliche Wege, damit umzugehen. „Wenn neue Konkurrenten auf den Markt kommen, gibt es immer zwei Möglichkeiten – diese Mitbewerber zu bekämpfen oder sich selbst zu verändern“, sagte Andreas Bode, Vorstandsmitglied bei der R+V Direktversicherung, auf einer Kfz-Versicherungskonferenz in Köln. „Der Ruf nach Regulierung wird immer schnell laut, wenn das eigene Geschäftsmodell bedroht ist“, sagte er. Das werde aber nichts bringen. „Die Geschäftsmodelle der Start-ups sind so flexibel, dass sie sich schnell an die neuen Vorschriften anpassen können.“ Auch Dirk Schmidt-Gallas von der Unternehmensberatung Simon-Kucher und Partners fand deutliche Worte. „Die schwächste Reaktion in einer solchen Situation ist der Ruf nach dem Kadi“, sagte er. (…)
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Klassische Vermittlerbüros werden langsam aussterben

Uwe Schmidt-Kasparek
in VersicherungsJournal
vom 24.02.2016
Die Zukunft des Versicherungsverkaufs sind Anwendungen, die über das Smartphone laufen. Dies ist der eindeutige Tenor der auf dem deutschen Markt aktiven Fintechs, die ihre verschiedenen Geschäftsmodelle auf der Versicherungstagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“ präsentierten. „Erreichen Sie die Menschen dort, wo sie ihre Zeit verbringen“, empfahl Timo Pelz, der bei Facebook als Industry Lead Financial Services für die D-A-CH-Region tätig ist. Seiner Einschätzung nach ist die Zeit von klassischen Desktop-Seiten längst abgelaufen. Die User würden überwiegend auf ihrem Smartphone aktiv sein, so der Facebook-Manager auf der Versicherungstagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“ von Businessforum21. Daher bezweifelt der Facebook-Manager, dass umfassend gestylte Agenturwebsites beim jüngeren Publikum noch ankommen. Heute würden die Kunden nicht mehr im Internet suchen, sondern sie würden entdecken. „Zu 80 Prozent bewegen sich die Kunden heute mobil in Apps“, so Pelz. Apps, die dann „auftauchen“, wenn man sie im Leben braucht, würden die künftige mobile Kommunikation bestimmen. Zudem würden Videos einen immer höheren Kommunikationsanteil ausmachen. Messenger, die einen Nachrichten-Sofortversand für mehrere Teilnehmer ermöglichen, werden seiner Ansicht nach künftig die E-Mails ablösen. 20.000 Policen pro Monat Wie moderne Online-Technik sehr erfolgreich in Versicherungsabschlüssen mündet, zeigte Robin von Hein, Managing Director bei der Simplesurance GmbH. Das Unternehmen bietet Annexversicherungen für Internetshops an. „Derzeit verkaufen wir in Europa, vor allem in Deutschland, 20.000 Policen pro Monat“, sagte von Hein. Dabei ist die Prämienhöhe abhängig vom versicherten Produkt. So würden etwa Garantie- und Reparaturversicherungen angeboten. „Die Spanne der versicherten Produkte reicht von 50 bis 5.000 Euro.“ Versichert würden vor allem Smartphones, hochwertige Elektronik und Fahrräder. Für die Einbindung einer Versicherungslösung in einen Internetshop benötigt der als Versicherungsmakler aufgestellte Technologieanbieter laut von Hein lediglich vier Minuten. Derzeit ist das Unternehmen in 28 Ländern aktiv. In den letzten 18 Monaten wurden allein in Deutschland in 1.400 Shops Versicherungslösungen eingebaut. Zentraler Ansatz ist es, zum Produkt im richtigen Zeitpunkt dem Kunden eine Versicherung anzubieten. „Wir bieten beispielsweise Käufern einer Hundeleine eine Tierhalterversicherung an“, erläuterte von Hein.(…)
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