Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus 2018

„Kfz: Allianz legt wieder zu“

Friederike Krieger
in Versicherungsmonitor
vom 05.03.2018
„Die Allianz Deutschland ist erstmals seit Langem in der Kfz-Versicherung wieder gewachsen. Dank des neuen Tarifs gewannen die Münchener 150.000 neue Kunden hinzu. Mit 8,5 Millionen versicherten Fahrzeugen ist die Allianz allerdings noch Meilen vom Konkurrenten HUK-Coburg entfernt, der für Ende 2017 mit 11,5 Millionen versicherten Autos rechnet. Trotz starker Prämienzuwächse in der Sach- und der Lebensversicherung sanken das operative Ergebnis und der Gewinn der Allianz Deutschland. Schuld waren unter anderem hohe Naturkatastrophenschäden.“ (...) „Der neue Kfz-Tarif der Allianz Deutschland, den die Allianz Anfang Oktober 2017 eingeführt hat, zeigt Wirkung: Binnen Jahresfrist ist die Zahl der bei der Allianz versicherten Fahrzeuge um 150.000 auf 8,5 Millionen gestiegen.“ (...)
Artikel anzeigen

„Allianz will Marktanteile zurück, aber keinen Preiskampf“

Patrick Hagen
in Versicherungsmonitor
vom 26.03.2018
„Die Allianz hat ihre Kfz-Versicherung komplett neu überarbeitet und will sich die in den vergangenen Jahren verlorenen Marktanteile wiederholden. Das hat im Markt Ängste vor einem neuen Preiskrieg hervorgerufen. Die Allianz habe laut Sommerfeld aber nicht vor, pauschal die Preise zu senken. „Die Marge gegen Wachstum einzutauschen war in der Vergangenheit nicht erfolgreich, wir mussten einen anderen Weg suchen“, sagte er. Der Versicherer hat seine Antragsstrecke deutlich vereinfacht und setzt auf neue Leistungen. Für Wenigfahrer testet der Versicherer tageweise gültige Versicherungen.“ (...) „Insgesamt geht es der Kfz-Versicherung gut. „Der Markt zeigt beachtliches Wachstum“, sagte Morawetz von der Gen Re. In den vergangenen sieben Jahren seien die Bruttobeiträge um 30 Prozent auf 27,8 Mrd. Euro gewachsen. „In diesem Jahr werden wir die 27 Mrd. Euro überschreiten“, sagte er. Die Zahl der versicherten Risiken steige trotz aller Diskussionen um die Sharing Economy und das nachlassende Interesse an eigenen Autos bei jüngeren Leuten. „Die Branche ist im Augenblick definitiv nicht dem Untergang geweiht“, so Morawetz.“ (...) „Auch die Preise hätten sich im vergangenen Jahr erfreulich entwickelt. „Die Prämien stiegen wieder stärker als 2015 und 2016“, sagte er. In der Kfz-Haftpflicht stiegen die Durchschnittsprämien um 2 Prozent, in der Vollkasko um 2,5 Prozent, in der Teilkasko sanken sie um 0,5 Prozent – dieser Bereich hat allerdings nur eine untergeordnete Bedeutung. “ (...)
Artikel anzeigen

„Kfz-Versicherer unter Druck“

Patrick Hagen
in Versicherungsmonitor
vom 27.02.2018
„Die Entwicklung von automatisch fahrenden Autos wird die Kfz-Versicherung verändern, allerdings anders, als viele es heute erwarten, sagte Zurich-Autoversicherungsexperte Christoph Lüer auf einer Fachkonferenz. Der Privat-Pkw wird nicht einfach von einem autonom fahrenden Auto abgelöst, stattdessen wird es zu ganz anderen Mobilitätslösungen in den Städten kommen, erwartet er. Das hat auch Folgen für die Kfz-Versicherer. Die Anbieter müssten sich Sorgen machen, wie sie ihre Kundenbeziehungen sichern.“ „Die Kfz-Versicherer stehen angesichts der Entwicklung von zunehmend autonom fahrenden Autos vor neuen Herausforderungen. „Was wir als klassische Kfz-Versicherer machen, kommt von zwei Seiten unter Druck“, sagte Christoph Lüer, Head of Motor Underwriting, Zurich Deutschland, auf der Kfz-Versicherungskonferenz von Businessforum21 in Köln. Zum einen werden die Autos immer sicherer, das sorgt für weniger Schäden. „Kurzfristig wird das von der Schadeninflation überlagert, aber die Schäden sinken“, sagte er.“ (...) „Zweitens erwartet er, dass sich in den Städten neue Mobilitätslösungen etablieren werden. „Die Infrastruktur in den Städten gerät an ihre Grenzen.“ Die aktuelle Diskussion um Fahrverbote für Dieselautos sieht er als einen ersten Vorboten. Das hätte auch Folgen für die Kfz-Versicherung. „Wenn die Gleichung, dass meine Mobilität mein Auto bedeutet, nicht mehr gilt, müssen wir anders über Versicherungsschutz nachdenken“, so Lüer. Der Kunde werde dann die gleiche Deckung haben wollen, egal mit welchem Fortbewegungsmittel er unterwegs sei – Carsharing-Fahrzeuge verschiedener Dienstleister, eigenes Auto oder auch Fahrrad. So etwas habe die Branche im Kleinen schon mit der Mallorca-Police hinbekommen. „Wir müssen sehen, wie wir die Kundenbeziehung sichern.“ (...)
Artikel anzeigen

„Autoversicherer haben extrem gute Laune“

in VersicherungsJournal
vom 27.02.2018
„In der Autoversicherung weisen die meisten Kennziffern in die richtige Richtung. Dies zeigten Marco Morawetz von der General Reinsurance AG und Dr. Michael Pickel, Vorstand der E+S Rückversicherung AG, am Montag auf einer Fachtagung in Köln.“ „Die Autoversicherer haben extrem gute Laune“, sagte Marco Morawetz, der das Consulting des Rückversicherers General Reinsurance AG leitet, am Montag auf einer Fachkonferenz in Köln. Der Grund: deutliches Wachstum, versicherungstechnisch mit einer Schaden- und Kostenquote von 98 Prozent zumindest ein kleiner Gewinn – und gute Aussichten für 2018.“ (...) „Die Autoversicherung ist nach Aussage von Morawetz in den letzten sieben Jahren um über 30 Prozent auf 26,9 Milliarden Euro gewachsen; inflationsbereinigt waren es immer noch gut 20 Prozent beziehungsweise drei Prozent pro Jahr.“ (...) „Es ist frappierend, wie es sich entwickelt“, ergänzte Dr. Michael Pickel, Vorstand der E+S Rückversicherung AG. Es werde mit „Zweit- und Drittwagen immer stärker durchmotorisiert“. So wuchs die Zahl der Fahrzeuge 2017 auf 64,1 (2016: 63,0) Millionen – von Sharing Economy ist also (noch) wenig zu spüren.“ (...)
Artikel anzeigen

„Wechselwillige gingen zur Allianz“

Frank Sommerfeld, Vorstand der Allianz Versicherungs-AG, der unter anderem über die ersten Erfahrungen vorgestellten neuen Tarif berichtete (VersicherungsJournal 20.9.2017), „betonte mehrfach, dass die Allianz nicht über den Preis die Kehrtwende einleite. Zahlen zum Absatz des neuen Tarifs wollte er keine nennen. Er verwies stattdessen auf eine Untersuchung der Yougov Deutschland GmbH zum Jahreswechselgeschäft 2017/2018 (VersicherungsJournal 18.1.2018). Danach habe die Allianz die meisten der rund zwei Millionen Wechselwilligen akquiriert.“ (...)
Artikel anzeigen

Telematik

„Für die Telematik sehen Pickel wie auch Morawetz nur wenig Raum am deutschen Markt. Die Durchschnittsprämien seien – anders als in Ländern mit hohem Telematikanteil – vergleichsweise gering. Dies wurde als ein Argument dafür aufgeführt, dass der Marktanteil von gegenwärtig 0,3 bis 0,5 Prozent langfristig auf nicht mehr als drei bis fünf Prozent aufholen werde.“ (...) „Und trotzdem: Die Allianz hat nach Angaben von Sommerfeld inzwischen 58.000 Telematikverträge im Bestand. Und: „Die Rechnung macht Sinn“, so Sommerfeld. Die Schadenfrequenzen gingen deutlich zurück. Auch das automatisierte Fahren sei „kein Untergang der K-Prämie“ – unter anderem weil das Haftungssystem als solches bestehen bleibe, so Pickel.“ (...) „Dr. Christoph Samwer, als CEO zuständig für die Versicherungsmarke Friday, die die Baloise-Gruppe im vergangenen Frühjahr auf den Markt gebracht hat, berichtete, dass man bereits im ersten Jahr des Bestehens 15.707 Neukunden akquiriert habe (VersicherungsJournal 26.1.2018, 6.2.2017). Dabei seien die Kunden mit durchschnittlich 45 Jahren keineswegs so jung, wie man sich das für die Neugründung eines Versicherers vorstellt.“ (...)
Artikel anzeigen

„Autoversicherer zwischen Katerstimmung und extrem guter Laune“

in Versicherungswirtschaft-heute
vom 27.02.2018
Artikel anzeigen

„BMW macht Daten zugänglich“

Patrick Hagen
vom 27.02.2018
„Peter Zoller von BMW Car Data betonte auf der Konferenz, dass der Hersteller bereits heute Daten aus modernen Autos über die hauseigene Plattform CarData für Dritte zugänglich macht. Unter anderem nutzt der digitale Kfz-Versicherer Friday, eine Baloise-Tochter, die Plattform für seine Tarife mit kilometergenauer Abrechnung. Dabei gebe es keine Einschränkungen hinsichtlich bestimmter Branchen oder Anwendungen. (...) „Generali Deutschland-Vorstand Ulrich Rieger sprach über erste Erfahrungen des Versicherers mit seinen Telematik-Tarifen.“ (...)
Artikel anzeigen

„Telematik-Tarife erleben in der Kfz-Versicherung zurzeit eine Renaissance“

Patrick Hagen
vom 26.02.2018
„Zahlreiche Anbieter haben zuletzt solche Verträge auf den Markt gebracht oder planen es. Die Rückversicherer Gen Re und Hannover Rück sehen in den Tarifen dennoch nur begrenztes Potenzial für Deutschland. Die Erfahrungen aus Märkten wie Italien, wo die Verträge bereits große Verbreitung haben, seien nicht einfach auf Deutschland zu übertragen, sagte Hannover Rück-Vorstand Michael Pickel. Allianz-Vorstand Frank Sommerfeld zeigte sich optimistischer. Der Versicherer will seine in den vergangenen Jahren verlorenen Marktanteile wiedergewinnen, setzt dabei aber nicht auf pauschale Preissenkungen, so Sommerfeld.“ (...) „Telematik-Tarife haben nach Ansicht zweier großer Rückversicherer im deutschen Versicherungsmarkt nur einen begrenzten Platz. „Wir sehen einen Marktanteil von 3 Prozent als realistisch“, sagte Marco Morawetz, Head of Consulting beim Rückversicherer Gen Re auf der Kfz-Versicherungskonferenz von Businessforum21 in Köln. Telematik werde sich in der Produktpalette der Anbieter etablieren, aber die bisherige Kfz-Versicherung nicht ersetzen, so Morawetz. Michael Pickel, Vorstand beim Rückversicherer Hannover Rück, schätzt die Situation ähnlich ein. Er rechnet für Deutschland mit einem Marktpotenzial von 5 Prozent. Die aktuelle Marktdurchdringung mit Telematik-Tarifen schätzte Pickel auf 0,5 Prozent, Morawetz auf 0,3 Prozent. Beide Gesellschaften sind allerdings bekannt dafür, eine eher skeptische Haltung zur Telematik in der Kfz-Versicherung zu haben.“ (...) „Frank Sommerfeld, Vorstand der Allianz Versicherung, ist deutlich optimistischer, was Telematik-Tarife angeht. Eine Umfrage des Versicherers unter Kunden habe ergeben, dass sich 37 Prozent generell vorstellen könnten, einen solchen Tarif abzuschließen. Die Allianz habe von ihrem 2016 gestarteten Telematik-Tarif bislang 58.000 Verträge verkauft. Die Kunden bekommen einen Start-Bonus von 10 Prozent und erhalten insgesamt bis zu 30 Prozent zurück. „Wir können die Rabatte rechtfertigen“, sagte er. Junge Fahrer verbesserten ihren Score innerhalb von 12 Monaten in der Regel deutlich auf die beste Stufe, den Gold-Status.“ (...)
Artikel anzeigen

„Kfz-Hersteller besetzen Kundenschnittstelle“

Herbert Fromme
in Versicherungsmonitor
vom 28.02.2018
„Daimler spricht mit dem Versicherer R+V über die Einführung von Telematik-Versicherungen im Nutzfahrzeugbereich, zum Beispiel Transportern. Das sagte Rainer Bruns, Leiter Versicherung bei der Mercedes-Benz Bank, bei einer Fachkonferenz in Köln. Bei Pkw arbeitet der Konzern in Deutschland bereits mit der Talanx-Tochter HDI bei einem Telematik-Tarif zusammen – für den die künftige A-Klasse schon die gesamte Technik an Bord hat. Für Mercedes sei die Versicherung Teil des Plattformkonzepts, der Kunde brauche keine separate App oder ähnliches, die Versicherung bis hin zur Schadensmeldung ist Teil der Plattform Mercedes me. Für Daimler, Volkswagen und andere ist klar: Die einzige Kundenschnittstelle, die zählt, ist die des Herstellers, nicht die des Versicherers.“ (...) „Zum Schluss spendet Christian Dahlheim den Versicherern Trost. Natürlich setze man auf die Angebote der Branche, sagte der Vorstand Vertrieb und Marketing bei VW Financial Services bei der Kfz-Fachtagung von Business Forum 21 in Köln. Hoch willkommen sei etwa ein Cyberprodukt, das bei Schäden durch Hackerangriffe auf Fahrzeuge zahlt.Vorher hatte Dahlheim klar gemacht, dass der Autobauer den Ton angibt, wenn es um die Versicherung seiner Kunden geht – nicht der Versicherer. „Wir kooperieren gezielt mit Versicherer-Partnern und stellen dabei konkrete Anforderungen“ sagt er. Dazu gehöre die flexible Unterstützung der VW-Vertriebsmodelle. Der Hersteller verlangt „Innovationskraft und eine umfassende Digitalisierungsstrategie.“ (...) „Unsere Fahrzeuge werden künftig Schäden selbst melden“, sagt Rainer Bruns, Leiter Versicherung bei der Mercedes-Benz Bank. „Achtung, Du bist gegen die Parkabgrenzung gefahren“, wird der Mercedes seinem Fahrer sagen. „Möchtest Du den Schaden selbst melden?“ Oder: „Hey, Mercedes, melde Du den Schaden.“ Das ist laut Bruns keine Zukunftsmusik, sondern in den künftigen Mercedes-Fahrzeugen die Regel. „Beim digitalen Schadenmanagement ist sehr viel Bewegung.“ (...) „In einem neuen Mercedes brauchen wir keine Boxen oder besondere Apps“, sagt Bruns. „Das ist alles im Fahrzeug drin.“ (...) Daimler nutzt die Zeit zwischen Pkw-Bestellung und Auslieferung – auch für die Versicherung. Das Stichwort heißt „Digitale Vorfreude“. (...) „Wir haben Fahrzeugdaten und die Kundendaten.“ Da müsse der Kunde vielleicht noch vier Felder ausfüllen, um seine Deckung abzuschließen. Der Händler habe weiterhin den ersten Kundenkontakt, der Online-Kanal sei ergänzend, sagt Bruns. „Nach Abschluss erhält der Kunde alle Dokumente innerhalb der Plattform Mercedes me.“ (...) „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bei der Versicherung wegzukommen von der Insellösung“, sagt Bruns. „Das wird richtig integriert in die Kundenplattform.“ Das Unternehmen habe auch Ideen, wie man von der klassischen Tarifierung zu „disruptiven Lösungen“ komme, sagt Bruns. (...) Es gehe darum, das langweilige Angebot Autoversicherung zum Erlebnis zu machen, sagt Bruns.“ (...)
Artikel anzeigen