Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus 2016

Klagen gegen Start-ups ist nicht die klügste Lösung

Anne-Christin Gröger
in Versicherungsmonitor
vom 24.02.2016
„Im Streit zwischen neuen Online-Vermittlern und den klassischen Vermittlern haben sich jetzt auch Außenstehende aus der Branche geäußert. Der Gang vor Gericht oder der Ruf nach mehr Regulierung der neuen Anbieter sei zwar eine Möglichkeit, auf die Wettbewerber zu reagieren, aber sicherlich nicht die klügste, hieß es auf einer Fachkonferenz in Köln. Denn die Digitalisierung lässt sich nicht zurückdrehen. Statt die beleidigte Leberwurst zu spielen, sollten die klassischen Akteure lieber selbst an ihrem Geschäftsmodell arbeiten. Versicherungs-Start-ups wie Knip, Clark, Simplesurance oder SituatiVe stellen mit ihren digitalen Geschäftsmodellen derzeit die klassischen Versicherer vor große Herausforderungen. Allerdings gibt es unterschiedliche Wege, damit umzugehen. „Wenn neue Konkurrenten auf den Markt kommen, gibt es immer zwei Möglichkeiten – diese Mitbewerber zu bekämpfen oder sich selbst zu verändern“, sagte Andreas Bode, Vorstandsmitglied bei der R+V Direktversicherung, auf einer Kfz-Versicherungskonferenz in Köln. „Der Ruf nach Regulierung wird immer schnell laut, wenn das eigene Geschäftsmodell bedroht ist“, sagte er. Das werde aber nichts bringen. „Die Geschäftsmodelle der Start-ups sind so flexibel, dass sie sich schnell an die neuen Vorschriften anpassen können.“ Auch Dirk Schmidt-Gallas von der Unternehmensberatung Simon-Kucher und Partners fand deutliche Worte. „Die schwächste Reaktion in einer solchen Situation ist der Ruf nach dem Kadi“, sagte er. (…)
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Klassische Vermittlerbüros werden langsam aussterben

Uwe Schmidt-Kasparek
in VersicherungsJournal
vom 24.02.2016
Die Zukunft des Versicherungsverkaufs sind Anwendungen, die über das Smartphone laufen. Dies ist der eindeutige Tenor der auf dem deutschen Markt aktiven Fintechs, die ihre verschiedenen Geschäftsmodelle auf der Versicherungstagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“ präsentierten. „Erreichen Sie die Menschen dort, wo sie ihre Zeit verbringen“, empfahl Timo Pelz, der bei Facebook als Industry Lead Financial Services für die D-A-CH-Region tätig ist. Seiner Einschätzung nach ist die Zeit von klassischen Desktop-Seiten längst abgelaufen. Die User würden überwiegend auf ihrem Smartphone aktiv sein, so der Facebook-Manager auf der Versicherungstagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“ von Businessforum21. Daher bezweifelt der Facebook-Manager, dass umfassend gestylte Agenturwebsites beim jüngeren Publikum noch ankommen. Heute würden die Kunden nicht mehr im Internet suchen, sondern sie würden entdecken. „Zu 80 Prozent bewegen sich die Kunden heute mobil in Apps“, so Pelz. Apps, die dann „auftauchen“, wenn man sie im Leben braucht, würden die künftige mobile Kommunikation bestimmen. Zudem würden Videos einen immer höheren Kommunikationsanteil ausmachen. Messenger, die einen Nachrichten-Sofortversand für mehrere Teilnehmer ermöglichen, werden seiner Ansicht nach künftig die E-Mails ablösen. 20.000 Policen pro Monat Wie moderne Online-Technik sehr erfolgreich in Versicherungsabschlüssen mündet, zeigte Robin von Hein, Managing Director bei der Simplesurance GmbH. Das Unternehmen bietet Annexversicherungen für Internetshops an. „Derzeit verkaufen wir in Europa, vor allem in Deutschland, 20.000 Policen pro Monat“, sagte von Hein. Dabei ist die Prämienhöhe abhängig vom versicherten Produkt. So würden etwa Garantie- und Reparaturversicherungen angeboten. „Die Spanne der versicherten Produkte reicht von 50 bis 5.000 Euro.“ Versichert würden vor allem Smartphones, hochwertige Elektronik und Fahrräder. Für die Einbindung einer Versicherungslösung in einen Internetshop benötigt der als Versicherungsmakler aufgestellte Technologieanbieter laut von Hein lediglich vier Minuten. Derzeit ist das Unternehmen in 28 Ländern aktiv. In den letzten 18 Monaten wurden allein in Deutschland in 1.400 Shops Versicherungslösungen eingebaut. Zentraler Ansatz ist es, zum Produkt im richtigen Zeitpunkt dem Kunden eine Versicherung anzubieten. „Wir bieten beispielsweise Käufern einer Hundeleine eine Tierhalterversicherung an“, erläuterte von Hein.(…)
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Das Dilemma der Telematik-Produktanbieter

in Versicherungswirtschaft-heute
vom 23.02.2016
„Von Marco Morawetz, Kfz-Versicherungsexperte der Gen Re. Der Aktionismus um Telematikprodukte ist bemerkenswert, vielleicht sogar als irrational einzustufen. Es scheint aber schwer vorstellbar, dass ein Tracking von Fahrzeugen aus der Hubschrauberperspektive verbunden mit einer reinen Messung von Wegstrecken und G-Kräften die bisherige Tarifwelt mit ihren bis zu 40 Tarifkriterien völlig aushebelt. Denn zunächst einmal bringen telematikbasierte Informationen für Versicherer zusätzliche Parameter in eine ohnehin schon sehr differenzierte und differierende Tariflandschaft. Für den Kunden könnte der simple Versicherer wechsel einen weitaus größeren Hebel bieten als der Einbau einer Überwachungsbox. Hier zeigt sich auch ein Dilemma der Telematik-Produktanbieter, die trotz massiv höherer Kosten deutlich günstigere Produkte anbieten müssen. Einige Protagonisten berichten für den Schadenbereich, dass im Ausland Einsparungen im zweistelligen Bereich gemacht werden konnten.“(…)
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Aktives Schadenmanagement 2015

Auf dem BF21-Schadenkongress „stellte die Huk-Coburg ihr Mitte 2014 gestartetes Handwerker-Netz für Leitungswasserschäden vor.“

Monika Lier
in VersichrungsJournal
vom 11.11.2015
„Eine aktuelle Umfrage des BVK zeigt die Vertragssanierung in dieser Sparte und wie defizitär die Wohngebäudesparte seit Jahren ist.“ „Die Huk-Coburg Gruppe steuert inzwischen 40 Prozent der Leitungswasserschäden in der Wohngebäudeversicherung über ein Handwerker-Netz. „Die Kunden haben einen echten Bedarf nach diesem Service“, sagte Thomas Geck, Leiter Abteilung Schaden Prozessmanagement der Huk-Coburg, auf einer Fachkonferenz in Köln. Die Kunden bewerteten den Service durchschnittlich mit „gut“ und hätten eine Weiterempfehlungs-Bereitschaft von 96 Prozent. (...)“ „Mit 55.000 Leitungswasserschäden im Jahr komme das eigene Haus auf ein Volumen, das groß genug für ein Handwerker-Netz sei. Je Betrieb habe man im letzten Jahr zwischen 70 und 120 Aufträge vergeben. „Damit werden wir ernst genommen“, so Geck. Vorangegangene Pilotprojekte mit anderen Schadenereignissen waren am Volumen gescheitert. (...)“
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Digitalisierung sorgt für massive Veränderung der Regulierung

in VersicherungsJournal
vom 10.11.2015
„Alles spricht über „Big Data“ und welche Möglichkeiten sich eröffnen können, aber die Eigentumsfragen an Daten sind noch nicht geklärt. Die „weißen Flecken“ im Rechtssystem waren eins von vielen Themen auf einer Fachkonferenz zur Schadenregulierung in Köln. (...)“ „Mit Fahrerassistenzsystemen, Telematik, Autonomem Fahren und vernetzten Autos wird sich die Haftung im Schadenfall künftig nicht mehr allein auf Fahrer und Halter beschränken lassen. „Es entstehen neue Schadenbilder durch neue unbekannte Entscheidungsstrukturen“, sagte Thomas Winkler, Chief Underwriter Kraftfahrt der Gothaer Allgemeinen Versicherung AG. Künftig werde es auch um die Haftung des Herstellers sowie des Providers gehen müssen.“ „Die neuen Techniken beeinflussten, veränderten oder erübrigten die Entscheidungen des Fahrers, ohne dass die Assekuranz die Daten für die Entscheidungsstrukturen der Systeme kenne. „Die Daten der Hersteller dieser Systeme werden nicht veröffentlicht. Wir wissen nicht, welche Prozesse im Fahrzeug einprogrammiert sind. Wir wissen aber auch nicht, wann der Mensch diese Systeme abschaltet“, so Winkler. (...)“
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Versicherer drücken beim Schadenmanagement aufs Tempo

in colornews
vom 11.11.2015
„Die Versicherungswirtschaft nennt den Schadenfall „Moment of Truth“, den Moment der Wahrheit. Hier entscheidet sich, ob der Versicherungsnehmer auch den Service und die Leistung bekommt, für die er Monat für Monat zahlt. Diese Kundenzufriedenheit ist Dreh- und Angelpunkt auch für die Kfz-Versicherer. Eingelöst wird sie oft von den Werkstätten, in denen der Unfallschaden repariert wird. Immer standen Konzepte zur Kundenzufriedenheit im Mittelpunkt der Diskussionen und Vorträge beim Business Forum 21, das sich zu einem der wichtigsten Treffpunkte der Versicherer etabliert hat. Ein Ergebnis der Tagung: die Kfz-Versicherer sehen den Ausbau des Schadenmanagements als eine wesentliche Säule ihrer Strategie. (...)“ Alle reden über Service-Select, nur die HUK-COBURG schweigt „Ein Diskussionsthema beim Business Forum 21 in Köln gab besonderen Aufschluss über Marktpositionen einzelner Versicherer. Immer wieder sprachen Vertreter von Assekuranzen auf der Bühne über Service-Select, doch die HUK-COBURG schwieg. Kein Wort, keine Silbe über das Konzept, über Pläne oder Details. „Die Coburger treiben den Markt“, brachte es ein Teilnehmer am Rand der Veranstaltung auf den Punkt. Und tatsächlich bezogen sich während der Podiumsdiskussion R+V, Provinzial Sparkassen Versicherung oder HDI immer wieder auf die HUK-COBURG. Thomas Geck, Leiter Schaden Prozessmanagement, äußerte sich in der Runde vor allem zu den Herausforderungen für die Versicherungswirtschaft und Werkstätten angesichts des zunehmenden Wettbewerbs zur Automobilindustrie im Unfallschadenmanagement. Der Titel seines Impulsreferates hieß: „Wettbewerbsdifferenzierung im Sach-Schadenmanagement.(...)“
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Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus 2015

Datenbank gegen Tachomanipulation – Versicherer wollen Betrug einen Riegel vorschieben

in auto.de
vom 03.03.2015
Eine bundesweite Datenbank soll Autokäufer künftig gegen den Betrug bei Tachomanipulationen schützen. Derzeit schätzen Experten, dass bei jedem dritten Auto der Kilometerstand manipuliert und das Auto so auf “jünger” getrimmt wurde. Dadurch erzielen die Betrüger im Schnitt pro Auto eine illegale Wertsteigerung von 3.400 Euro. “Der Gesamtschaden beläuft sich in Deutschland jährlich auf sieben Milliarden Euro”, sagte Björn Hinrichs von der Arvato Financial Solutions auf einer Versicherungstagung in Köln. Geschädigt werden Verbraucher und Versicherer Geschädigt werden vor allem Verbraucher, weil sie für Uraltfahrzeuge viel zu viel Geld zahlen. Betroffen sind aber auch Kfz-Versicherer, die nach Unfallschäden für “verjüngte” Autos mehr leisten müssen, als diese nach ihrer Laufleistung tatsächlich wert sind. Daher unterstützen die Assekuranzen den Aufbau einer bundesweiten Datenbank, die Auskunft über die tatsächliche Laufleistung eines Fahrzeuges geben soll. “Die Idee finden wir aus Verbrauchsicht sehr reizvoll”, sagt Thomas von Mallinckrodt von der HUK-Coburg, Deutschlands größtem Kfz-Versicherer. Manipulationen legal und solide auf die Spur kommen Die letzte Entscheidung über eine eigene Beteiligung an der geplanten Datenbank macht der Versicherer aber von der Ausgestaltung und datenschutzrechtlichen Umsetzung abhängig. Der Ergo-Konzern sieht Vorteile für “alle Seiten”, weil sich die Sicherheit der Kunden erhöht und die Datenbank präventiv Betrug verhindern würde. (...)
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Versicherer unterstützen Datenbank gegen Tachomanipulation

in Versicherungsmagazin
vom 26.03.2015
Eine bundesweite Datenbank soll Autokäufer künftig gegen den Betrug bei Tachomanipulationen schützen. Derzeit schätzen Experten, dass bei jedem dritten Auto der Kilometerstand manipuliert und das Auto so auf "jünger" getrimmt wurde. Dadurch erzielen die Betrüger im Schnitt pro Auto eine illegale Wertsteigerung von 3.400 Euro. "Der Gesamtschaden beläuft sich in Deutschland jährlich auf sieben Milliarden Euro", sagte Björn Hinrichs von der Arvato Financial Solutions auf einer Versicherungstagung in Köln. Geschädigt werden vor allem Verbraucher, weil sie für Uraltfahrzeuge viel zu viel Geld zahlen. Betroffen sind aber auch Kfz-Versicherer, die nach Unfallschäden für "verjüngte" Autos mehr leisten müssen, als diese nach ihrer Laufleistung tatsächlich wert sind. Daher unterstützt die Assekuranz den Aufbau einer bundesweiten Datenbank, die Auskunft über die tatsächliche Laufleistung eines Fahrzeuges geben soll. Auch Kfz-Sachverständige überfordert "Die Idee finden wir aus Verbrauchsicht sehr reizvoll", sagt Thomas von Mallinckrodt von der Huk-Coburg, Deutschlands größtem Kfz-Versicherer. Die letzte Entscheidung über eine eigne Beteiligung an der geplanten Datenbank macht der Versicherer aber von der Ausgestaltung und datenschutzrechtlichen Umsetzung abhängig. Auch die Provinzial Rheinland aus Düsseldorf begrüßt das Projekt. "Es ist wichtig, dass es endlich eine legale und solide Möglichkeit gibt, solchen Manipulationen auf die Spur zu kommen", betont Sprecher Christoph Hartmann.
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Kfz-Versicherung im Fokus 2014

Versicherungen im Internet: „Warten auf Google“

Philipp Krohn
in Frankfurter Allgemeine Zeitung
vom 20.02.2014
Auf Klaus-Jürgen Heitmanns Präsentation gibt es ein Phantom. „Google“ ist verschwommen auf einer Folie zu lesen, auf der es um die Wettbewerbssituation der Kfz-Versicherungsbranche geht. Keiner in der sogenannten K-Sparte weiß genau, was der amerikanische Internetkonzern plant. Ob er ein eigenes Verbraucherportal gründet oder sogar selbst als Marktakteur auftreten wird. (…) Huk-Coburg-Vorstand Heitmann meint aber, dass das Phantom schon jetzt zum Umdenken zwinge. „Wir müssen alle darüber nachdenken, wer bin ich morgen“, sagte er jetzt auf einem prominent besetzten Branchentreff in Köln. „Eine so schnelle Verschiebung von Marktanteilen haben wir in der Geschichte unserer Sparte noch nie gesehen“, sagt Heitmann. Während Google noch verschwommen auf seiner Folie zu lesen ist, hat die Konkurrenz durch Check 24 schon längst reale Züge. (…) „Der Prozess der Ablösung von den klassischen Vertrieben dauert viel länger als von manchem prognostiziert“, sagt zwar Edgar Martin, Vorstandsmitglied der Kravag. Aber auch er ahnt, dass der Übergang von der „guten alten Zeit“ mit dem Vertreter im Wohnzimmer zum digital verknüpften Vertrieb teuer und aufwendig wird. (…) Denn wie auch in anderen Branchen treten zwischen Produktanbieter und Verbraucher in der neuen digitalen Welt Schnittstellen (wobei hier Google bedeutsamer ist als Amazon oder Ebay), durch die der Zugang des Kunden zu den Dienstleistungen des Anbieters abgeschnitten wird. Zudem leiden Versicherer darunter, dass Autohäuser alle Leistungen rund um die Mobilität aus einer Hand anbieten wollen. „Der Autohersteller ist in einer deutlich besseren Lage als wir“, sagt Huk-Vorstand Heitmann. „Denn der Kunde kommt zu ihm ins Autohaus.“ In diesem Spannungsfeld müsse sich ein Versicherer positionieren. Will er mit einer starken Marke ein breites Spektrum von der Finanzierung bis zur Pannenhilfe selbst anbieten? Oder wird er nur noch Produktlieferant für andere Akteure? Verbraucherportale verändern das Geschäft im klassischen Vertrieb Welche Entscheidung er aber auch trifft, für die Vertriebe geraten alte Gewissheiten ins Rutschen. In der Branche hätten nur zwei Anbieter (Huk und Allianz) Marktanteile von mehr als 10 Prozent, betont David Stachon, Vorstandsvorsitzender des Direktversicherers Direct Line in Deutschland. (…) Gegen die Platzhirsche im Internet komme man mit hohen Werbebudgets kaum an. Check 24, der Marktführer bei den Portalen, gab in den ersten elf Monaten 2012 laut Nielsen-Zahlen 57,7 Millionen Euro für Werbung aus. Das war fast doppelt so viel im Vorjahreszeitraum (29,3 Millionen). Dagegen wurden die nächstgrößeren Budgets der Ergo Direkt, der Huk und Cosmos Direkt jeweils deutlich zurückgefahren. Autoversicherer müssten ihre Marketing-Effizienz steigern, sagte Stachon auf dem Kongress, den der Veranstalter Businessforum21 ausgerichtet hat. (…) „Die Verbraucherportale verändern auch unser Geschäft im klassischen Vertrieb“, sagt Markus Reinhard, Vorstandsmitglied der Westfälischen Provinzial. Sein Unternehmen habe zwar auf Direktvertrieb verzichtet, es gehe nun aber darum, Außendienstmitarbeiter fit für neue Kundenwünsche zu machen. (…) „Deshalb müssen die Agenturen helfen, sie auf unsere eigenen Portale zu lenken - sonst wandern sie zu den Aggregatoren ab.“ (so Kravag-Vorstand Martin). Also zu Check 24 oder Google. Doch was, wenn Google mehr will, als nur die Kundensuche zu verbessern? Darauf reagieren die Versicherer etwas einsilbig. Man könne schon einiges, das nicht so leicht kopierbar sei, macht sich Huk-Vorstand Heitmann Mut. „100 Jahre Erfahrung in Versicherungen kann man nicht so einfach durch Geld ersetzen“, sagt Allianz-Vorstand Mathias Scheuber. In der Diskussion komme zu kurz, dass es auf Fähigkeiten ankomme. Auch Daimler habe sich einst aus der Flugzeugindustrie zurückziehen müssen, weil es in der Autoherstellung wettbewerbsfähiger war. Dass aber Google und Big Data eine Bedrohung für die Autoversicherer sind, kann auch Scheuber nicht verhehlen.“
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Kfz-Versicherer am Scheideweg

Jonas Tauber und Friederike Krieger
in Versicherungsmonitor
vom 19.02.2014
„Zunehmende Konkurrenz von Automobilherstellern und Vergleichsportalen macht Versicherern ihren Marktanteil streitig, warnt HUK-Coburg-Vorstand Klaus-Jürgen Heitmann. Aus seiner Sicht gibt es nur zwei erfolgversprechende Strategien: Ausdehnung des Angebots auf andere Services wie etwa Reparaturen oder Beschränkung auf die Rolle als Risikoträger. Die Kfz-Versicherer müssen aufpassen, dass sie nicht von den neuen Wettbewerbern Automobilherstellern und Vergleichsportalen marginalisiert werden, warnt HUK-Coburg-Vorstand Klaus-Jürgen Heitmann auf einer Kfz-Konferenz in Köln. Seine These: Entweder weiten die Gesellschaften ihr Angebot über den reinen Versicherungsbereich weiter aus und platzieren sich als Service-Marke rund ums Auto oder sie beschränken sich auf ihre Rolle als Risikoträger und Lieferant von „white label“-Produkten. Die Versicherer stehen am Scheideweg, sagte Heitmann. „Kfz-Versicherer müssen sich fragen, was sie gut können und wo sie morgen stehen wollen.“ (…) Automobilhersteller und Vergleichsportale treten immer stärker in Konkurrenz zu den Versicherern, so Heitmann. Die Situation drohe sich mit dem möglichen Markteintritt Googles ins Geschäft mit Vergleichsportalen und der Einführung von E-Call noch weiter zuzuspitzen. (…) Die Technik führt aus Sicht Heitmanns zu einem erheblichen Wettbewerbsvorteil für Autohersteller, da diese nach derzeitigem Stand alleinige Herren über die Daten seien. „Wenn E-Call Ende 2015 kommt, dann ist das die gesetzliche Einrichtung einer Standleitung für die Autohersteller. Das ist nicht wettbewerbsneutral“, so Heitmann. Er fordert, dass Kunden selbst bestimmen sollen, was mit den über E-Call erhobenen Daten geschieht. „Die Autoindustrie scheint es so zu sehen: Wir haben das Auto verkauft, die Daten gehören uns“, sagte Heitmann. „Wir brauchen jetzt einen gesellschaftlichen Konsens darüber, dass der Verbraucher Herr seiner Daten ist.“ (…) Ebenfalls wachsenden Druck sieht Heitmann von Seiten der Vergleichsportale. (…)„Der Marktanteil der Vergleichsportale am Wechselgeschäft könnte sich bis 2016 auf rund ein Drittel verdoppeln“, sagte er. Mit dem Einstieg Googles ins Versicherungsgeschäft rechnet er auch nach dem Ende eines Vergleichsportals des Suchmaschinen-Konzerns in Frankreich. „Ich glaube, die denken schon ernsthaft nach, denn der Kuchen ist groß, den es da zu verteilen gibt“, so Heitmann. Bei Google selbst hört sich das wesentlich zurückhaltender an. „Insgesamt sind wir auf dem Weg, das noch einmal komplett zu überdenken“, sagte Alexander Zerdick, Director of Commerce & Ads für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei dem Suchmaschinengiganten. (…)“
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